Urkunden unserer Vorfahren aus dem Mittelalter  

Für die Familienforschung sind erhalten gebliebene frühe Urkunden der Goldstaub. Im Mecklenburgischen Hauptarchiv Schwerin gibt es nicht nur ein spezielles Dossier, im dem sich vier Bohnsack-Urkunden befinden, unsere Namensträger haben bereits ab 1308 in zahlreichen offiziellen Urkunden der Landesfürsten der Wenden und Herzöge von Mecklenburg, der Grafen von Schwerin sowie in privaten Urkunden anderer Adliger testiert bzw. an Urkunden ihr Siegel gehängt. Alleine Hinricus Bonsack  testiert ab 1308 in 36 Urkunden des Landesfürsten Heinrich II, genannt Heinrich der Löwe.

Aus der Vielzahl der Urkunden sind hier lediglich drei private Bonsack-Urkunden ausgewählt, die nicht nur die typische Textfassung der Urkunden, sondern ebenso wesentliche Inhalte ihrer Anliegen widerspiegeln. Sie zeigen zugleich Abbilder der Originale und der anhängende Siegel.  Kommentare geben Hinweise auf besondere Zusammenhänge.

1.  Urkunde aus dem Jahre 1331

MUB:VIII  5213  S.183

06.02.1331        Albern Bonsak und Hartwig ramkendorp vergleichen sich mit den preen´s  m. Siegel um 9 1/4 Hufen zu Camps und um Fehde.

A Urkunde von Albern Bonsak und Hartwig Ramkendorp

Wy Albern Bonsak vnd Hartewich Ramkendorp bekenn[et in] desser scrift, dat vsc edele here greue Hinrich van Zwerin heft ene gansze sone degdinghet tvschen vs vnd vnsen erfnamen vnde vrovnden, af en sit vnde hern Georrius, Johane vnd Goschalke Pren vnd eren erfnamen vnde vrovnden, af ander sit, om de srclinghe, de wi mit en haddenom de neghen houe vnd en verdendel, de wi coft hebben van hern Georrius, van Johan vnd Goschalke vnd eren erfnamen, de ligget to Camptze, also hir na screuen steyit: dat wi vnde vs erfnamen de neghen houe vnd en verdendel vnbeworen beholden vnd hebben scollen mit holte, mit watere, mit weyde, mit aller nut vnde vrovcht, mir richte, mit rechte, to manrechte also her Georrius vnde Goschalk vnde er erfnamen se hadden. Ok scal her Georrius, Johan vnde Goschalk vnde er erfnamen vs vnd vse erfnamen vnde vrovnt van sculden vnde broke nemen van vsen edelen heren greuen Hinrik vnd iuncheren Clawsse vnd se vs to vrovnde maken om dat Ramekendorp vnde Gert Bonsak hern Georrius vnd sine vrovnt in ernre lande veughen vnde se vt ernre lande vovrden, tuschen hir vnde paschen; ok vm dat her Georrius, Johan vnde Goschalk vt vsme gode nemen vnd nemen leten to vnrechte, dar scolt se vs vm don tuschen hir vnde mitvasten, dat her Nigenkerken se hed don. Vppe desse Ding, de hir vor screuen stat, hebbe wi louet vnde louen mit vsen vrovnden Ghert vnd Albern Bonsak, Hinrik Bonsak, Ghert Bonsak, Ludeke Barvoyt, Hinrik Rustowe, Conrad Bonsak, Ghert Bonsak vnde Dideric Bonsak vnd trovwen hern Georrius, Johan vnde Goschalk Preen vnde eren erfnamen vnde vrovnden vor ene gansze sone. Des sint vs ingheseghele to dessem breue henget. Desse bref is gheg­heuen na godes bort dusent iar drehundert iar in deme envnddrutichsten iare, des mitwekens na lich­messen.

B  Bestätigende Urkunde der Familie preen

Nach dem Original im Haupt-Archive zu Schwerin.(II C 56  Nr. Ia/b Cambs (Sch))

Von den 11 Siegelbändern aus Pergament hat nur das erste sein Siegel ganz verloren.

1. verloren

Erhalten sind folgende:

2. schildförmig: über einem Helm stehen zwei durch eine horizontale Linie verbundene Rosetten;

            Umschrift: S´.hARTWIaI RA.maKanDORP.

3. drei schraffierte rechte Schrägebalken auf dem schildförmigen Siegel;

            Umschrift: [S´.] hINRIaI . BONSA.

4. schildförmig: auf einem rechten Schrägebalken ein Rosenzweig mit 12 Knospen;

            Umschrift: +S´. GhaRARDI . BOnanSAa.

5. schildförmig: das Schildzeichen gleichte dem von Nr. 4;

            Umschrift: +S - - - - a.   (vermutlich Albern)

6. schildförmig: das Zeichen wie von Nr. 4;

            Umschrift: +S´. GhaRARDI . BOnanSAa.

7. schildförmig: mit zwei conzentrischen, gezackten Rädern;

            Die Umschrift der linken Seite fehlt, auf der rechten Seite erkennt man:   BARUOT.

8. rund: auf schraffiertem Grunde ein rechtsgelehnter Schild mit einem geschachten Andreaskreuz;          über dem Schilde ein Helm, dessen Helmzier jedoch abgebrochen ist;

            Von der Umschrift noch zu lesen:  -nRI[aI] Da * BYT -

9. schildförmig: Schildzeichen wie Nr. 3;

            Umschrift: +S´. RARDI . BOnaAa.

10. rund: mit zwei rechten Schrägebalken in Schilde;

            Umschrift: +S´. aonRADI . BOZAa.

11.schildförmig: das Schildzeichen wie Nr. 4;

            Umschrift: +S´. RIaI . BOnansAa.

Abbildung der Siegel an der Urkunde aus dem Jahre 1331

 

Hier ist eine, auf die Siegel an der Urkunde bezogene, Einfügung notwendig. Im gleichen Jahr (1331) siegelt die Stadt Schwerin mit einem sogn. Sekretsiegel, auf dem der Gründer der Stadt Schwerin, Heinrich der Löwe, abgebildet ist, Es zeigt ihn als gewappneten Reiter. Stellen wir dieses Siegel dem von Gerhard Bohnsack gegenüber, so sind mehrere Gemeinsamkeiten zu erkennen. Es kann zumindest vermutet werden, dass   beide Siegel, wenn schon nicht vom selben Siegelschnitzer, so zumindest aus derselben Werkstatt stammen.

Wage1331n  1331 Sekretsiegel der Stadt Schwerin H d Löwe  28

Abbildung der Siegel von Gerhard Bohnsack und des Sekretsiegel Schwerin 1331

2.  Urkunde aus dem Jahre 1345

MUB IX   6572  S.699    und  UB Stadt Lübeck Bd.II/2  Nr. 843

18.10.1345        Gerhard und Werner, Gebrüder Bonsack von Stück , und ihre Vettern entsagen aller m.Siegel        Feindschaft wider die Stadt Lübeck wegen der Hinrichtung des Thiedemann Bonsack

 

Nos Gherardus et Wernerus frates sicti Bonensak de Stucke, Conradus Bonensak filius Thidemanni,  Hennekinus Bonensak de Bruzewitz, Hinricus Bonensack filius Alberni, et Gherardus filius wuodam Hermanni Bonensak de Moyzsalle, recognoscimus tenore publice protestandtes, quod omnem dissentionen postposuimus, hactenus inter honorabiles viros dominos consules et oniueresitatem ciuitatis Lubicensis, ex una, et nos, nostros consanguincos et amicos stantem parte ex altera, et specialiter illam, que inter vos et not exorta fuerat ex co quod Thidemannus Bonensak, pater supradicti Conradi Bonensak, olium diem clausit extremum predictorum dominorum consulem et civitatis Lubicenses iuris ex rigore; promittentes firmiter per presenteo, quod eorum mali amplius nolumus esse memores, sed nos una cum nostris consanguineis et amicis, necnom cum omnibus et singulis causa nostri facere sen dimittere quidquam volentibus, memoratus dominos consules Lubicenses ac eorum conburgenses honorare et promouere, omni dolo postposito, volumus obilibet omni posse. In cuius rei lestimonium sigilla nostra preesentibus sunt appensa. Actum anno domini MoCCCoXL quinto, ipso di beati Luce evangeliste.

(Nach dem Urkundenbuch der Stadt Lübeck II. 780 aus "dem Original auf der Trese". An Pergamenstreifen hängen 6 Siegel aus grünem Wachs.):

1. ein rundes Siegel : in einem Schilde drei glatte rechte Schrägebalken;

            Umschrift: +S´GhaRADI BonSAa.

2. ebenso

            Umschrift: +S´WaRnaRI BonSAa*

3. ebenso

            Umschrift: +S´aonRADI BoZAa*

4. ebenso

            Umschrift: +S´hannaKa . BonSAa.

5. ein schildförmiges Siegel mit 2 schraffierten rechten Schrägebalken;

            Umschrift: +S´hInRIaI . BonanSAa

6. ein schildförmiges Siegel mit 2 glatten rechten Schrägebalken;

            Umschrift: *S´GhaRARDIA BonSAa.

(Nach einer simplen Abschrift aus dem 17. Jahrhundert im Haupt-Archive zu Schwerin. Gedruckt im Meckl. Jahrbuch XII S. 348)

Abbildung der Urkunde aus dem Jahre 1345

Kommentar

Hennekinus Bonensak  finden wir bereits 1345 "de Bruzewitz ".

Graf von oeynhausen gibt uns in seinem Buch "Geschichte des Gräflich von schack 'schen Gutes Brüsewitz [1] wichtige Hinweise auf die Zeit der Kolonisierung der Slawen durch die Deutschen um 1220, die insbesondere auf die Ortschaft Brüsewitz zutreffen. Oeynhausen schreibt:

In diesen Gegenden (gemeint sind die Ortschaften Klein-Renzow , Borgfeld, Brüsewitz, Rosenhagen , Gottmansförde, Drieberg etc.) vollzieht sich die Colonisation verhältnismäßig rasch, Graf Gunzelin hält scharfe Wacht, dass die neuen Ansiedler nicht durch die räuberischen Slaven beunruhigt werden, "und  befiehlt den Seinen, dass sie alle Slaven, die sie abseits der Strassen antreffen, und die keinen offenbaren Grund dafür angeben können, greifen und sofort aufhängen". [2]

Weiter sagt Oeynhausen: Ein einziges Beispiel ist uns in der Geschichte unseres Vaterlandes bekannt, wo man Slaven zur Ansiedlung zugelassen hat, ihnen Hufen zugetheilt und sie unter deutsches Recht gestellt hat. Dieses Beispiel aber hat sich innerhalb der Grenzen desjenigen Gutes ereignet, dessen Schicksale hier geschrieben werden sollen, und welches somit schon in frühester Zeit eine gewisse Bedeutung in der Landes-Culturgeschichte gewinnt.

Eine edle Frau bietet dem Slaven eine Heimat in seiner eigenen Heimat. Unbekümmert um Politik- und Finanzfragen nimmt sie sich voller Mitleid des Eingeborenen an, den ein erbarmungsloser Sieger in seinem Vaterlande für vaterlandslos erklärt. Gräfin oda , des Grafen gunzelin ii . von Schwerin Gattin, versucht die geringen noch vorhandenen Reste der Wenden vor Unfreiheit und Vertreibung zu retten, und es ist ihr gewiss nicht leicht geworden, ihrem Gatten eine Massregel abzuringen, welche aller Sitte und Anschauung im hohen Grade widerstritt, und für welche der in Helm und Panzer ergraute Krieger nicht allein kein Verständnis haben konnte, sondern deren ganze Nutzlosigkeit der erfahrene Mann zweifelsohne einsah.

Am 25.05.1220 stellt er tatsächlich eine entsprechende Urkunde aus, dass  - auf Wunsch seiner Gattin - (das wird ausdrücklich in der Urkunde vermerkt!) er seiner Gattin das Dorf Bruseuizdhorp mit allem Zubehör schenkt und das Recht einräumt, dass alle Slaven, welche jetzt und künftig hier wohnen sollten, das deutsche Recht erhalten.

Deutsches Eigenthumsrecht an ihren Hufen giebt der Graf nur vier daselbst schon vorhandenen Bauern, nämlich den Brüdern vitus , bacharus und darchwi , nebst dem Sohne des vitus , heinrich. denen er drei Hufen und die Mühle zu Lehn giebt, dabei aber die Hoffnung aussprechend, dass sie um so fleißiger und aufmerksamer wirtschaften möchten.

Und noch einen weiteren interessanten Hinweis finden wir bei Oeynhausen: Der mit den Slaven besetzte Theil von Brüsewitz wird der Gepflogenheit einer Zeit entsprechend fortan als Brusuitze Slavica bezeichnet, was nach Analogie zahlreicher anderer Fälle inner- und ausserhalb Mecklenburgs das Vorhandensein eines Gross-  oder Deutsch-Brüsewitz, und zugleich die Identität von Slavisch- oder Klein-Brüsewitz voraussetzt.

Auf ersterem sitzen deutsche Ritter; schon 1218 und 19 erscheint im Gefolge der Grafen von Schwerin alwardus de brusewitze, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach dem Geschlecht der raven angehört, die wir noch im 14. Jahrhundert in Brüsewitz treffen, wo sie zusammen mit den bonensack und Knop sitzen, und welche alle drei bekannten deutschen Familien angehören. (MUB 3605, 6572) Da Brüsewitz nach Aussterben der knop im 15. Jahrhundert an den Fürsten zurückfällt, müssen diese im Laufe der Zeit die Anteile der übrigen Mitbesitzer erworben haben.

Für unser genealogische Anliegen können wir daraus nicht nur eine erneute Bestätigung dafür entnehmen, dass es sich bei unseren Namensträgern um ein deutsches Geschlecht handelt sondern ebenfalls, dass - wenngleich nicht urkundlich belegbar - sie ihre Güter irgendwann an die Familie knop abgetreten haben müssen, enteignet wurden oder aber ausgestorben sind. Einen weiteren Hinweis kann man u.U. noch aus den bei oeynhausen gemachten Angaben entnehmen: Im Jahre 1357 verleiht Graf otto von Schwerin seinem Burgmann und Marschall henning von Halberstadt , welcher damals schon an Brüsewitz Antheil hat, die Bede von Slavisch-Brüsewitz, Rüting, Schönfeld, Gross-Eixen, Davermur u.s.w. für eine Schuldforderung von 125 Mark. In völligen Besitz von Brüsewitz gelangen die halberstadt aber erst durch einen Kaufvertrag vom 05.09.1417, laut dessen Herzog albrecht V. dem kersten Halberstad t ganz Brüsewitz , d.h. Deutsch- und Slavisch-Brüsewitz, nebst Rosenhagen, verkauft, "nachdem ihm beide von dem Geschlechte der knop anheimgefallen", und von da an sind beide Brüsewitz halberstadtsches Lehn; der Rittersitz selbst aber befindet sich  auf Slavisch- (Klein-) Bruseuitze, wo durch Verschwinden der wendischen Bauern Platz gewonnen war.

   3. Urkunde aus dem Jahre 1398

18.06.1398        Heinrich, Hartwig und Albert Bonsack zu Karnin[ schwören dem König Albrecht von Schweden, dem Herzog Johann von Mecklenburg und dem Hermann von Kardorff Urfehde

Familienurkunde Bohnsack im MLHA Schwerin, Urkundenkasten 41/1     

Wy Hinrich, Hartich unde Albert brodere geheten Bonensacke to Canyn bekennen unde betugen openbar an dessem breve also als wy brokaftich geworden weren neghen unsen leven gnedighen heren den hochgeborenen fürsten konig Albrechte to Sweden und hertogen to Meklenborch . dar heft he uns sine gnade umme to- kerd. und heft uns dat vorlaten also dat vor syne gnaden to ende danken. und wy und unse erven - und alle unse vedderen und vrunt de umme unsen willen don und laten willen scolen und willen nummermer zaken up de schicht edder up de gheve de to der tid mit unsem vorbenomeden leven gnedichen heren  . und mit hermen kerktorpe up dene velde weren ze zyn ridder edder knechte . borghere edder bure, men alle schicht de to der tid schude dat darvan upstan is. Und in und anne begrepen is, dat schal alto male endet und lendet wesen und gantz­liken doet wesen likertwys ofte dat wy geschen sy.  Und wy,hinrik, Hartich und albrecht- vorbenomet - vor uns und unse rechte erve - loven und zweren mit upperihteden vingheren to den hilghen ene gantze sone und ene rech­te orveyde . unsen leven heren koningh Albrechte . vorbenomet . und hertoghen Johanne synen vedderen Hertoge magnus son dem god gnedich sy  und eren rechten erven . also dat wy alle ding holden willen als als vorscreven is. Und loven und zweren ok den hilghen mit opperichteden vinghere umme der zülven schicht willen ene gantze sone und ene rechte orveyde Hermen Kerktorpe und synen erven. Wy und unse rechten erven scholen und willen nummer unser vorbenomeden heren viende werden und nummer uns vorwan  an en und an eren erven, an eren landen, steden, sloten und mannen, borgeren und buren und ok sün­derghen an Her­men Kerktorpe und an synen erven, men wy scolen und willen uns mit enen iesliken vor unsen leven gnedigen heren an rechte nüghen laten. Ok scole wy des stichtes van Zweryn vyende nicht werden und dat stichte nicht beschedighen ane unser vorbenomeden heren und erer erven vrlof und willen. Alle desse vorscre­vene stück und artikle und en ieslik bysunder love wy Hinrik, Hartich und Albert vorbenomet stede und vast to holdende an ghuden truwen und zweren de mede to den hilghen mit opp­erichteden vinghern vor uns und vor unse rechten erven to holdende und vor unse vedderen und vrunt, den umme unsen willen don und laten. Und wy, Ghereke Bo­nenzak und Radeke Bonenzak to Scharszyn , Hennigh Bonenzak to Hungher­storpe, Hinrich Bonenzak to Moysalle, Hartich Plote, Tydeke van Bulow to Radum, Volrad Sperlingh und Ghereke Plote, medelovere, loven und reden an ghuden truwen unsem leven gnedighen heren Konig Albrechte und hertoghe Johanne vorbenomet und eren erven und to erer trüwen hant den erbaren ridderen herrn Ulricke van Pentze, her Henningh van Stralendorp, her Hennigh Halverstade, her Otten Vereggen, her Gerolt Hazenkoppe, her Johan Lutzowen, her Bernde van Plesse, und inngen Ulricke van Pentze, Hartighe van Bulowe, Marquert Beyenvlete, Detlef Negendanken, Hinrik Quitzowen und Henneke van Plessen, kna­pen. Vortmer loven wy und reden an ghu­den trüwen Hermen Karktorpe unde sinen erven vorbenomet und to erer trüwen hant Wernecke Linstowen, Claese, Radeken, Jachymme, Henneken und Vicken ghehe­ten Kerktorp, sinen vedderen, Hinrik Zelighen und Henneke Zelighen, Peneken van der Oldenstad, Jachim Linstowen, Janeken van Helpte und Kersten Knope alle desse vorscrevene ding und stücke stede und vast to holdende. Und dat desse vorbeno­mede Hinrik, Hartich und Albert Bonenzacke de orveyde und züne und artikle, de vorscreven sint, holden scholen, ze und ere erven, dat loven wy mit en unde ze mit uns an guden truwen mit ener sammenden hant sunder iegherleye hulperede und gatzliken ane alle arglist. Und des to tughe und merer bekanntnisse alle desser vor­screven stucke so hebbe wy vorbeno­mede Hinrich, Hartich und Albert unse inge­zegele mit unser vorbenomeden medelo­veren ingezegelen henget mit willen und wi­scop an dessen breff, de gescreven is to Zweryn, na gode bort drutteynhundert iar an dem achteundneghentigsten iare, des dingstedages na sunte Vites daghe.-

Im Text werden folgende Personen aus der Familie Bon(en)za(c)k(e) genannt:

            Hinrich Bonenzacke to Canyn   Gebrüder

            Hartich Bonenzacke to Canyn   "                                  

            Albert   Bonenzacke to Canyn  "

            Ghereke Bonenzak to Scharszyn  

            Radeke  Bonenzak to Scharszyn

            Hennigh Bonenzak to Hungherstorpe

            Hinrich   Bonenzak   to Moysalle

            Tydeke van Bulow   to Radum

Am Pergamentstreifen hängen elf Siegel:

   1.Siegelform: rund, mit zwei linken Schrägebalken im Schilde

   Umschrift: s'hInRIK * BOnSAK

   2. ebenso wie 1.

   Umschrift: s'hARTaah * BOnSAK

  3. ebenso wie 1

   Umschrift:   -AL- T  * B -SAK

   4. Siegelform: Schildförmig mit zwei rechten Schrägebalken

   Umschrift: unleserlich

   5.Siegelform: rund, mit zwei rechten Schrägebalken im Schilde

   Umschrift: s'RADaKa BOnSA

   6. ebenso wie 5

   Umschrift: unleserlich

   7. identisch mit Siegel 1

   8. Siegelform: schildförmig mit Querbalken

   Umschrift: s'hARTIah + PLOTa

  9. rund, mit dem Bülowschen Schilde

   Umschrift: s'TIDaRIaI Da BULOW

   10. rund,im Schilde drei(2:1)rechts schauende Sperlinge

   Umschrift: s'VOLRADI + SPaRLING

   11. Siegelform: rund, im Schilde einen Querbalken

   Umschrift: s'GhaRADI PLOTan

Hinweise zu den Ortsnamen :

Canyn (Karnin)              ---> untergegangener Ort zwischen Cambs und Brahlstorf, W Holzendorf , SW Brüel; seinerzeit im Amt Crivitz

Scharszyn                     ---> Schossin bei Wittenburg

Hungerstorpe                 ---> untergegangener Ortsteil (Gut) östlich von Grevesmühlen. Das nicht untergegangene Dorf Hungerstorf wurde um 1960 in 

                                                 Waldeck umbenannt und existiert heute noch

Moysalle                        ---> unsicher, ob der untergegangener Ort bei Alt Meteln (an der Scheide zw. Meteln und Greveshagen, war im 18. Jh. noch    vorhanden) oder der nördl. v. Bützow gelegene Ort gemeint ist. Lisch tendiert zu Meteln, doch die Urkunde v. 21.01.1379 (MUB 11168) deutet eher auf Moysalle bei Bützow hin.

Radum                          ---> Raden (Gr. und Kl. Raden) bei Sternberg

 

URK1398a.tif

Abbildung der Urkunde aus dem Jahre 1398  


[1] Bärensprungsche Hofbuchdruckerei, Schwerin 1902 S.5f.

[2] Hinweis auf Helmold I, 57  II, 14.

[3] vgl. Fußnote 180: Lt. Urkundentext Canyn. O des Schwerines Sees in der Nähe des jetzt noch existierendes Dorf Karnin an der Warnow, SO Cambs, W Holzendorf