Georgius Bonsack,der Generalsuperintendent von Braunschweig-Lüneburg
Über
Georgius Bonsack wissen
wir, daß er (vermutl.) 1535 als Sohn eines Bürgers in Hannover
geboren wird und auch in Hannover die Schule besucht.
Im
Jahre 1550 erscheint Georgius als "Stud. Mgr. Phil aus
Luneburgensis"
im Matrikelbuch der Universität Rostock: Sommersemester 1550, Nr. 28 Universität
Rostock Immatrikulation von Georgius Bonsack
Aus: http://rosdok.uni-rostock.de/resolve?id=rosdok_document_000000000176&img&page=0325 Einen kleinen Eindruck der örtlichen Gegebenheiten rund um die Universität Rostock vermittelt
die Abbildung vom Hopfenplatz (Blücherplatz), Rostocker Universitätsviertel
um 1585
Nach
dieser Immatrikulation in Rostock studiert er noch „Georgius
Bonsack Student Uni Wittenberg MW 1544 aus Lüneburg“ Er
verlässt dort als Magister die Universität. Anschließend
wirkt er als M. Probst in Lüchow
(Lüneburg,
Lüchow). In der Zeit von 1571 bis 1583 bekleidet er, unter Herzog Wilhelm d. Jüngeren, das Amt des Generalsuperintendenten in Celle. Bekannt ist, dass Georgius Bonsack erst nach langem Zögern (3/4 Jahr!) der Aufforderung des Herzogs entsprochen hat, Generalsuperintendent zu werden. Er
war über die Eröffnung des Kanzlers des Herzogs, dass
er das Amt übernehmen solle, sehr erschrocken. Erhalten
ist uns seine eigene Darstellung des Gesprächsverlaufes:
"Uff solche des Hern Cantzlers Rede habe ich rotunde geantwortet/
dass mir die vocation zu hoch und schwehr wäre/
Ich könte sie nicht annehmen/
und habe fleißig gebeten/
mich damit zu verschonen/
me horrere a disputationibus Theologorum, habe auch gebeten/
er wollte mich gegen M. G. F. und H. entschuldigen.
Der Herr Cantzler gesagt: Es wäre ein göttlicher Beruff/
den könte ich nicht ausschlahen/
da hülff nichts für/
ich müste den Beruff annehmen/
Er wollte aber meine Entschuldigung meinem Herrn anzeigen:
Ich solte zur mittags=Mahlzeit hinauf kommen/
bin also S.E. gegangen/
. " s.S. 40/41
Georgius
Bonsack,
stirbt 1589 als Superintendent in Bardowiek "Placise", Seine Tochter ist Anna Bonsack, Ehefrau des Bürgermeisters zu Oschersleben, Zacharias Engelbrecht. Der
Geburtstag von Annas Bohnsack
ist nicht bekannt. Sie heiratet 1578 und stirbt 1601 in Oschersleben.[4]
Die
abgebildete Schloßkapelle
war offensichtlich 1571 - 1583 auch die Wirkungsstätte von Georgius
Bonsack. Sie ist das
kunstgeschichtliche Kleinod des Celler
Schlosses. Geweiht wurde die Kapelle, in der nur die
herzogliche Familie, deren Gäste und die höchsten Hofbeamten dem
Gottesdienst beiwohnen durften, bereits 1485. Als spätgotisch
erkennbar sind aber heute nur noch das Kreuzrippengewölbe, die
Fenster und möglicherweise die doppelgeschossige Westempore. Die
gesamte weitere Innenausgestaltung erfolgte erst zwischen 1565 und
1576 im Stil der Renaissance - zu einer Zeit, als die Herzöge von
Braunschweig - Lüneburg längst protestantisch waren. Herzog Ernst
der Bekenner (1497 - 1546) hatte bereits 1520 die Reformation
in Celle eingeführt - also nur drei Jahre nach Luthers
berühmten Thesenanschlag an der Wittenberger Schloßkirche. Sein
Sohn, Herzog Wilhelm der Jüngere
gab dann die prächtigen Emporen mit der Fürstenloge und den 25
Reliefs von Aposteln, Evangelisten und alttestamentarischen Figuren
sowie die schöne Orgel in Auftrag.[5] Aus dem Buch Wilhelm der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Lüneburrg und Stammavter des … von H. Ch.Heimbürger erfahren wir einiges
über den Amtsantritt
und das Wirken des Georgius Bonsack in der Form eines Zeitkolorits: So
macht
sich nach dem Tode des Vorgängers, Generalsuperintendent Ondermark, Herzog Wilhelm
der Jüngeren seine Gedanken:
Über
die Begründung von Georgius Bonsack für seine Ablehnung der Berufung
ist weiterhin angeführt:
Während
man seinen Amtsantritt noch gebührend würdigte, wurde er bald, nicht
zuletzt wegen seiner mildtätigen Art, heftig angegriffen. Es
war schließlich eine „revolutionäre Zeit“.
Viele, die Tätigkeit unseres Namensvetters Georgius Bonsack beschreibende Dokumente sind in den Archiven in
Braunschweig und Celle noch erhalten und harren einer spannenden
genealogischen Auswertung. [1] Holzschnitt von Johann Bäumler, Augsburg 1479 [2]
Artikel
aus der Schweriner Volkszeitung 1998 [3] Zeitschrift der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte.
Herausgb.:F.cohrs, 1915, Pastoren der Landeskirchen Hannovers und
Schaumburg-Lippes seit der Reformation, Göttingen 1942 [4]nach Fritz Roth: Auswertung von Leichenpredigten [5] Zitiert aus: Residenzschlösser in Deutschland, ADAC-Freizeit-Atlas,
ADAC Verlag GmbH, München 1994, S.12
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